Auktionsplattformen in Deutschland: Wo Privatpersonen mitbieten können

Nicht jede Auktionsplattform lässt Privatpersonen bieten. Bei der Zoll-Auktion, der Justiz-Auktion, eBay, Catawiki und Kickdown kannst Du als Privatperson mitbieten, die VEBEG verkauft seit 2022 nur an Unternehmer, Autobid nur an Kfz-Händler. Diese Übersicht zeigt Zugang und Zusatzkosten von 13 Plattformen mit Quelle.

Zwei Hände reichen sich über Laptops Geld und eine Einkaufstüte
Auktionsplattformen bringen Käufer und Verkäufer online zusammen. Foto: Mediamodifier / Pixabay

Kurz zusammengefasst

  • Amtliche Plattformen: Zoll-Auktion und Justiz-Auktion für alle Volljährigen nach Registrierung, die VEBEG nur für Unternehmer.
  • Zwangsversteigerungen von Immobilien laufen nicht online, das ZVG-Portal veröffentlicht nur die Termine der Amtsgerichte.
  • Zum Gebot kommen je nach Plattform Aufgeld oder Käuferschutzgebühr, Umsatzsteuer, Versand und Abholung.
  • Einige Plattformen nennen ihre Kosten erst im einzelnen Angebot; dort vor dem Gebot nachsehen.
  • Diese Seite bewertet nicht und kürt keine Testsieger. Alle Angaben stammen von den Anbietern, Stand 31.10.2026.

Welche Arten von Auktionsplattformen gibt es?

In Deutschland lassen sich sechs Gruppen unterscheiden: amtliche Plattformen von Zoll und Justiz, die VEBEG des Bundes, Allround-Marktplätze, Plattformen für Sammler, Fahrzeugauktionen und Industrieauktionen. Dazu kommen die Zwangsversteigerungen der Amtsgerichte, die nicht online stattfinden.

Für Dich als Bieter unterscheiden sie sich in drei Punkten: wer zugelassen ist, welche Kosten zum Gebot hinzukommen und ob Gewährleistung gilt. Amtliche Versteigerungen schließen sie meist aus, private Auktionshäuser regeln das in ihren Bedingungen.

Blick in eine Fabrikhalle mit Maschinen
Industrieauktionen verwerten Maschinen und Betriebsausstattung, oft aus Insolvenzen. Foto: marcin049 / Pixabay

Wo können Privatpersonen mitbieten?

Die Tabelle fasst zusammen, was die Plattformen selbst zu Zugang und Kosten angeben. Steht dort „nicht angegeben“, haben wir die Angabe auf den öffentlichen Seiten des Anbieters nicht gefunden; dann gilt, was im jeweiligen Angebot oder in den Bedingungen steht.

Plattform Art Wer darf bieten Kosten zusätzlich zum Gebot Quelle
Zoll-Auktion amtlich: Behörden von Bund, Ländern und Gemeinden (Hauptzollamt Gießen) jede volljährige, geschäftsfähige Person nach Registrierung Nutzung kostenfrei; Kosten wie in der jeweiligen Auktion ausgewiesen BayernPortal
Justiz-Auktion amtlich: Justiz der Länder in Deutschland und Österreich (Justizministerium NRW) nach Registrierung Versandkosten trägt der Käufer; weitere Angaben im Artikel Justiz-Auktion
VEBEG Verwertung für Bund, Länder, Kommunen und Bundeswehr seit 01.01.2022 nur Unternehmer (§ 14 BGB), auch Vereine nur als Unternehmer kein Aufgeld, nur die gesetzliche Umsatzsteuer; bei zollpflichtiger Ware Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Zoll VEBEG-FAQ
ZVG-Portal Bekanntmachungen der Amtsgerichte zu Zwangsversteigerungen (keine Online-Gebote) Einsicht für alle; geboten wird im Termin beim Amtsgericht Nutzung derzeit kostenlos ZVG-Portal
eBay Allround-Marktplatz mit Auktionen und Festpreisen registrierte Nutzer, privat und gewerblich für Käufer keine Angabe auf der Gebührenseite; Versand laut Angebot. Private Verkäufer zahlen bei Verkäufen innerhalb Deutschlands keine Verkaufsprovision eBay-Hilfe
Catawiki Online-Auktionen für Sammler-, Kunst- und Designobjekte registrierte Nutzer Käuferschutzgebühr 9 % des Zuschlags plus 3 €, ohne Versand Catawiki-Hilfe
Kickdown Online-Auktionen für Autos (Höchstgebot mit Mindestpreis) Privatpersonen und juristische Personen Käuferprovision 5 % zzgl. MwSt. auf den Bruttoverkaufspreis, mindestens 500 € zzgl. MwSt. Kickdown-FAQ
Copart Deutschland Fahrzeugauktionen, auch Unfallfahrzeuge Mitgliedschaft nötig; bei der Registrierung ist „Individual“ wählbar auf der Mitgliedschaftsseite nicht beziffert Copart
Autobid Gebrauchtwagenauktionen der Auktion & Markt AG nur geprüfte Kfz-Händler für Privatpersonen nicht relevant Autobid
NetBid Industrieauktionen: Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge, Betriebsausstattung, oft aus Insolvenzen kostenlose Registrierung; Zugang für Privatpersonen auf der Startseite nicht angegeben nicht angegeben; Bedingungen der Auktion prüfen NetBid
Restlos Verwertungen aus Industrie und Gewerbe (Industrieverwertungen Service GmbH) auf der Startseite nicht angegeben auf der Startseite nicht angegeben Restlos
Troostwijk Industrie- und Gewerbeauktionen nicht angegeben laut Anbieter vor dem Gebot sichtbar; Zahlung innerhalb von 48 Stunden nach Auktionsende Troostwijk-Hilfe
Surplex Industrieauktionen für gebrauchte Maschinen nicht angegeben Käuferaufgeld (Hilfe-Artikel „What is the buyer’s premium?“); Höhe in der Auktion prüfen Surplex-Hilfe

Stand aller Angaben: abgerufen am 31.10.2026. Plattformen ändern ihre Bedingungen; maßgeblich ist immer die Angabe beim Anbieter.

Reihen geparkter Autos von oben
Fahrzeugauktionen richten sich teils an Privatpersonen, teils nur an Händler. Foto: Didgeman / Pixabay

Welche Kosten kommen zum Gebot hinzu?

Der Zuschlag ist selten der Endpreis. Je nach Plattform kommen ein Aufgeld, eine Käuferschutz- oder Provisionsgebühr, die Umsatzsteuer, Versand und die Kosten für die Abholung dazu. Wer sein Limit setzt, sollte deshalb vom Betrag ausgehen, den er am Ende insgesamt zahlen will.

Zwei Rechenbeispiele mit den Bedingungen der Anbieter, als Beispiel gekennzeichnet und ohne Versand:

Beispiel Rechnung Summe
Catawiki, Zuschlag 200 € 200 € + 9 % Käuferschutzgebühr (18 €) + 3 € 221 €
Kickdown, Auto für 10.000 € brutto 5 % Provision = 500 € + 19 % MwSt. (95 €) 10.595 €
Kickdown, Auto für 8.000 € brutto 5 % wären 400 €, es gilt das Minimum von 500 € + 19 % MwSt. (95 €) 8.595 €
VEBEG (nur Unternehmer), Zuschlag 1.000 € netto kein Aufgeld, zzgl. gesetzliche Umsatzsteuer 1.000 € zzgl. USt

Gut zu wissen: Bei Fahrzeugen und Maschinen ist die Abholung oft der größte Zusatzposten. Prüfe vor dem Gebot, wo der Gegenstand steht, ob er fahrbereit ist und wie viele Tage Du für Zahlung und Abholung hast. Bei der Zoll-Auktion sind es 10 Tage.

Wie erkennst Du echte Plattformen?

Gefälschte Auktionsseiten kopieren bekannte Namen. Der Zoll warnt ausdrücklich vor Fake-Webseiten, die die Zoll-Auktion nachahmen; echt ist nur www.zoll-auktion.de. Prüfe deshalb Adresse und Impressum, bevor Du Dich registrierst oder bezahlst.

  • Adresse selbst eingeben, nicht aus E-Mails, Anzeigen oder Nachrichten übernehmen.
  • Impressum lesen: Amtliche Plattformen nennen die verantwortliche Behörde, etwa das Hauptzollamt Gießen oder das Justizministerium NRW.
  • Vorkasse an Privatkonten, Zeitdruck und Preise weit unter jedem Marktwert sind Warnzeichen.

Wichtiger Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Ob Gewährleistung oder ein Widerrufsrecht gilt, hängt von der Plattform und der Art der Versteigerung ab. Stand: 31.10.2026.

Wie ist diese Übersicht entstanden?

Aufgenommen haben wir Plattformen, die in Deutschland Auktionen anbieten oder bekannt machen und deren Bedingungen öffentlich einsehbar sind. Jede Angabe stammt von der Plattform selbst oder einer amtlichen Stelle und ist mit Abrufdatum verlinkt.

Wir vergeben keine Noten und keine Plätze. Die Reihenfolge folgt der Art der Plattform, nicht einer Bewertung. Die Übersicht wird erweitert, etwa um Auktionshäuser für Kunst und Sammlerstücke. Hinweise auf geänderte Bedingungen nehmen wir über die Kontaktdaten im Impressum entgegen; wie wir arbeiten, steht in den Redaktionsrichtlinien und Quellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Privatpersonen bieten amtlich bei Zoll-Auktion und Justiz-Auktion, nicht mehr bei der VEBEG.
  • Für Autos ist Kickdown für Privatpersonen offen, Autobid nur für Händler; bei Copart ist bei der Registrierung „Individual“ wählbar.
  • Zum Zuschlag kommen Gebühren, Steuer, Versand und Abholung; Limit vom Endbetrag aus setzen.
  • Industrieplattformen nennen Kosten oft erst im einzelnen Angebot.
  • Vor der Registrierung Adresse und Impressum prüfen.

Häufige Fragen zu Auktionsplattformen

Welche Auktionen gibt es für Privatpersonen?

Amtlich die Zoll-Auktion und die Justiz-Auktion, dazu Marktplätze wie eBay, Sammlerplattformen wie Catawiki und Autoauktionen wie Kickdown. Bei Zwangsversteigerungen von Immobilien bietest Du im Termin beim Amtsgericht.

Kann ich als Privatperson bei der VEBEG kaufen?

Nein. Laut VEBEG wird ausgesondertes Material seit dem 1. Januar 2022 nur noch an Unternehmer verkauft.

Was ist ein Aufgeld?

Ein Prozentsatz, den Käufer zusätzlich zum Zuschlag zahlen. Viele private Auktionshäuser und Industrieplattformen erheben eines; die VEBEG nach eigenen Angaben nicht.

Wo werden beschlagnahmte Autos versteigert?

Unter anderem über die Zoll-Auktion und die Justiz-Auktion. Welche Fahrzeuge gerade angeboten werden, steht nur auf den Plattformen selbst.

Quellen